Andy Goldsworthy in der Provence: in einer Skulptur übernachten

Diese beiden Wanderreisen in den Alpes-de-Haute-Provence werden auf Englisch geführt, in kleinen internationalen Gruppen, und alles ist inbegriffen. Sie führen zur weltweit größten Sammlung von Werken Andy Goldsworthys und zum einzigen Ort, an dem er Bauten geschaffen hat, die eigens zum Übernachten gedacht sind. Die Wanderreise „Refuge d’Art Hike“ dauert acht Tage und kostet 1.690 €, die Standortreise „Refuge d’Art Day Walks“ dauert sechs Tage und kostet 1.590 €. Beide finden in Gruppen von höchstens acht Personen statt, vom 25. Mai bis 1. Juni bzw. vom 3. bis 8. Juni 2027; im Herbst 2027 folgt jeweils ein zweiter Termin. Die Anmeldung ist geöffnet.

Die Reisen · Alles inbegriffen · Auf Englisch geführt · Termine und Anmeldung

Ein Kunstwerk von hundertfünfzig Kilometern

1994 lädt das Musée Gassendi in Digne-les-Bains den britischen Bildhauer Andy Goldsworthy ein, in den Bergen rund um die Stadt zu arbeiten. Fast zwanzig Jahre lang arbeitet er dort.

Was daraus entstanden ist, heißt Refuge d’Art: ein einziges, zusammenhängendes Werk, das sich über hundertfünfzig Kilometer Wanderweg erstreckt. Es verbindet drei mächtige Trockensteinkegel – die Sentinelles – mit einer Reihe verfallener Schäfereien und Wegkapellen, die Goldsworthy Stein für Stein wieder aufgebaut hat. In jeder steht eine Skulptur, die für sie allein entworfen wurde, für diesen Ort und für keinen anderen. Und jede ist eine Unterkunft, in der man schlafen kann, mit einem Tisch, Bänken, einem Kamin und einer Quelle in der Nähe.

Kein einziges Refuge d’Art ist mit dem Auto erreichbar. Sie liegen mitten in den Bergen, etwa eine Stunde Fußmarsch von der nächsten Straße entfernt, manche sogar weiter – ein wiederaufgebauter Bauernhof am Ende eines Tals, ohne Strom und ohne Nachbarn, eine Kapelle auf einem Felssporn. Man muss wandern, um sie zu entdecken.

„Es ist ein enormer Unterschied, ob man ein Kunstwerk ein paar Minuten lang in einem Museum betrachtet oder ob man eine Weile mit ihm lebt und mit ihm schläft. Mit einer Skulptur zu schlafen – das ist eine schöne Idee.”
Andy Goldsworthy, Interview, 2002

Nichts ist beleuchtet, nichts ausgeschildert, nichts bewacht. An mehreren dieser Werke würde man vorbeigehen, ohne sie überhaupt zu bemerken.

Im September 2026 wurde Andy Goldsworthy mit dem Praemium Imperiale für Skulptur ausgezeichnet – verliehen von der Japan Art Association und vielfach als „Nobelpreis der Künste” bezeichnet.

Land Art in der Provence: hundert Werke auf zweitausend Quadratkilometern

Refuge d’Art ist nicht das einzige Werk dieser Sammlung. Seit jener ersten Einladung hat das Musée Gassendi seine Sammlung über die eigenen Mauern hinausgetragen: Rund hundert zeitgenössische Werke verteilen sich heute über den UNESCO Global Geopark Haute-Provence. Alle sind in situ entstanden – jedes wurde für genau den Ort geschaffen, an dem es steht, und existiert nirgendwo sonst.

Der Niederländer herman de vries hat Inschriften in Blattgold auf blanken Fels gesetzt und in einem Wald, in dem für ihn der Geist des Ortes weht, ein sanctuaire de la nature errichtet. Der Amerikaner Richard Nonas, Anthropologe, bevor er Bildhauer wurde, hat die Grenzlinie zwischen Kultur und Natur markiert.

Wer die Gegend kennt, kennt meist den Verdon: Die Schluchten und der Lac de Sainte-Croix liegen weniger als eine Autostunde südlich, die Lavendelfelder von Valensole ebenso. Von diesen Bergen weiß dagegen kaum jemand – und genau das macht ihren Reiz aus.

Der Wahlspruch des Museums stammt von Pierre Gassendi, dem 1592 hier geborenen Philosophen: ambulo ergo sum – ich gehe, also bin ich. Das Museum nimmt ihn beim Wort. Diese Werke zeigen sich nur denen, die zu ihnen gegangen sind.

Zwei Angebote, bei denen alles inbegriffen ist

Wanderreise „Refuge d’Art Hike“

Dauer8 Tage / 7 Nächte
Anspruch3/5 – geübte Wanderer, gute Grundkondition
Gehzeit3–5 Stunden täglich, Rucksack rund 8 kg
Refuges d’Art5 besucht, in 2 übernachtet
Nächte1 Hotel bei Digne, 3 Gîtes, 2 Refuges d’Art, 1 in Aix-en-Provence
Gruppe5 bis 8
Termin25. Mai – 1. Juni 2027
Preis1.690 €

Programm Tag für Tag (auf Englisch) →

Standortreise „Refuge d’Art Day Walks“

Dauer6 Tage / 5 Nächte
Anspruch2/5 – leicht, für die meisten Wanderer geeignet
Gehzeit2–4 Stunden täglich, leichter Tagesrucksack
Refuges d’Art5 besucht
Nächte4 in der Villa Gaia, 1 in Aix-en-Provence
Gruppe6 bis 8
Termin3. – 8. Juni 2027
Preis1.590 €

Programm Tag für Tag (auf Englisch) →

Im Herbst 2027 folgt für jede Reise ein zweiter Termin, zu 1.990 € bzw. 1.890 €; die Daten werden gerade mit den Unterkünften abgestimmt. Das Programm Tag für Tag finden Sie auf der englischen Seite.

Der letzte Tag: Château La Coste

Der letzte Tag ist ein Schock. Und das ist Absicht.

Sie kommen aus einer Woche, in der nichts ausgeschildert war, in der Sie kaum jemandem begegnet sind, in der ein Refuge mehrere Stunden Fußmarsch entfernt lag. Knapp zwei Stunden weiter südlich, in der Nähe von Aix-en-Provence, reicht Ihnen jemand ein Glas Rosé auf einer Terrasse inmitten von zweihundert Hektar Weinbergen.

Château La Coste versammelt über vierzig Werke auf einem vier Kilometer langen Rundgang – von Richard Serra, Louise Bourgeois, Franz West, Sean Scully, Ai Weiwei und Alexander Calder – zwischen Bauten von Tadao Ando, Jean Nouvel, Frank Gehry und Renzo Piano. Auf halber Strecke: eine niedrige Tür in einer Trockenmauer. Wieder Goldsworthy. Der Oak Room ist eine in die Mauer gebaute Kammer aus zwölfhundert Stücken burgundischer Eiche.

Zwei Sammlungen, beide mit Kunst, die im Freien steht, um in einer Landschaft zu leben – und die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Alles ist inbegriffen, Sie müssen nichts organisieren

Von 16 Uhr am ersten Tag bis 17 Uhr am letzten müssen Sie sich um nichts kümmern. Zwischen Ihrer Ankunft am TGV-Bahnhof Aix-en-Provence und Ihrer Abreise ist alles organisiert: ein eigenes Fahrzeug für die gesamte Reise, sämtliche Transfers, alle Übernachtungen, alle Mahlzeiten und alle Eintritte, gebucht und im Voraus bezahlt. Wenn Sie vor 16 Uhr am Flughafen Marseille landen, hole ich Sie dort ab.

Die Mahlzeiten gehören zur Reise. Auf der Wanderreise wird abends vor Ort gekocht, über dem Holzfeuer oder im Kamin des Refuge: frischer Ziegenkäse, Gemüse, Hülsenfrüchte und Gewürze, Landbrot, Lammkoteletts auf der Glut. Regionale Bio-Produkte, lose eingekauft, in Glas und Papier verpackt – auch deshalb tragen wir unsere Rucksäcke selbst, statt sie mit dem Geländewagen von Refuge zu Refuge transportieren zu lassen. In der Villa Gaia kocht Anne-Françoise mit dem, was der Gemüsegarten und die Jahreszeit hergeben.

Anreise. Marseille hat Direktflüge aus Frankfurt, München, Düsseldorf, Zürich und Wien; von Frankfurt dauert der Flug etwa 1 Stunde 30 Minuten. Mit der Bahn fährt ein TGV ohne Umsteigen von Frankfurt am Main nach Marseille und hält auch am TGV-Bahnhof Aix-en-Provence. Er kommt derzeit am Abend an, planen Sie also eine Übernachtung in Aix vor Reisebeginn ein. Von Paris aus fährt der TGV in etwa drei Stunden nach Aix.

Gepäck. Bitte bringen Sie pro Person einen Koffer mit, höchstens 70 cm hoch (mit Rollen), 70 Liter und 20 kg, dazu Ihren Wanderrucksack. Hartschalenkoffer auf Rollen sind kein Problem. Paare, die sich einen Koffer teilen, können einen größeren mitnehmen, bis 100 Liter und 30 kg. Der Kleinbus bietet Platz für acht Gäste und ihr Gepäck, aber nicht für acht große Koffer.

Veranstalter ist Vercors Escapade, ein lizenziertes französisches Reisebüro: Ihre Buchung ist durch die gesetzlich vorgeschriebene Insolvenzabsicherung geschützt.

Ihr Bergwanderführer

Luc Richard ist staatlich geprüfter französischer Bergwanderführer (Accompagnateur en Montagne) und einer der wenigen vom Musée Gassendi zertifizierten Führer für die Collection d’Art en Montagne. Er führt diese Route seit acht Jahren.

Er ist außerdem Schriftsteller und ehemaliger Journalist: Zehn Jahre lang war er in Peking China-Korrespondent für die französische Presse und den französischen Rundfunk. Er hat zahlreiche Expeditionen in die Wildnis unternommen, von Feuerland bis Island. Als Kunstliebhaber kennt er diese Sammlung Werk für Werk und ist mit ihr noch längst nicht fertig.

Beide Reisen hat er selbst entworfen, und er führt sie selbst. Als Genussmensch verwöhnt er Sie an den Abenden in den Refuges d’Art mit mediterraner Küche.

Geführt wird auf Englisch

Die Gruppe ist international: Briten, Amerikaner, Australier, Niederländer – und, 2027 zum ersten Mal, Gäste aus dem deutschsprachigen Raum. Dafür gibt es diese Seite. Alles läuft auf Englisch – die Erläuterungen, die Einweisungen, die Führung in Château La Coste. Um alles, was auf Französisch zu regeln ist, kümmert sich Luc Richard: Unterkünfte, Fahrer, Refuge-Wärter, Museen.

Französisch müssen Sie nicht sprechen. Reiseenglisch genügt vollkommen – und die Abende in einer Skulptur, bei Kerzenlicht, mit fünf Menschen aus anderen Ländern, sind ein guter Teil dessen, weshalb man hierherkommt.

Auch am Telefon und über WhatsApp: Englisch oder Französisch.

Termine und Anmeldung 2027

  • 25. Mai bis 1. Juni 2027: Wanderreise „Refuge d’Art Hike“, 1.690 €
  • 3. bis 8. Juni 2027: Standortreise „Refuge d’Art Day Walks“, 1.590 €
  • Herbst 2027: je ein zweiter Termin, 1.990 € bzw. 1.890 €, Daten in Abstimmung

Die Anmeldung ist geöffnet. Gebucht wird über Vercors Escapade, das lizenzierte französische Reisebüro, das die Reisen veranstaltet. Im Buchungsformular (auf Englisch) wählen Sie Ihre Optionen, etwa Einzelzimmer, Leihschlafsack oder Versicherungen, und leisten eine Anzahlung von 35 %. Eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist vorgeschrieben, eine Reiserücktrittsversicherung ist freiwillig; beide werden im Formular angeboten.

Die Reise findet statt, sobald fünf Personen für die Wanderreise bzw. sechs für die Standortreise angemeldet sind, und ich schreibe allen noch am selben Tag. Buchen Sie bitte vorher keine nicht erstattungsfähigen Flüge. Die Herbsttermine erfahren die Abonnenten meines Newsletters (auf Englisch) zuerst.

Luc Richard · luc@lucrichard.fr · +33 6 08 16 66 44 (WhatsApp / Signal)